Argentinien und zurück
Chronik einer deutschen Familie

Lenas Mann Erich ist ein »Politischer«. Nachdem er im Zuchthaus Bautzen angeblich durch Selbstmord umgekommen ist, wird seine Frau, die im fünften Monat schwanger ist, ausgebürgert und verläßt die DDR. Für kurze Zeit lebt sie bei ihrer Tante im Westen. Doch ihr eigentliches Ziel ist Argentinien, wohin es entfernte Verwandte von Erich in der Weltwirtschaftskrise der dreißiger Jahre verschlagen hat. Dort will auch sie ihr Glück suchen.
Denn was ist das Maß aller Dinge? Das eigene Glück! Warum nicht?
Dies ist Lenas Glaubensbekenntnis. Sie handelt danach, als sie in Buenos Aires einen Brasilianer kennenlernt, der in Salvador de Bahia zu einer einflußreichen und wohlhabenden Familie zählt. Sie folgt ihm, um an seiner Seite ein Leben in Abhängigkeit und engen Verhältnissen gegen ein Leben in Wohlstand, materieller Unabhängigkeit und Freiheit einzutauschen. Doch für die Erfüllung ihres Traums gibt es ein Hindernis, ihr erst sechs Monate altes Kind. Sie läßt ihren Sohn in der Obhut von Verwandten zurück.

Alejandro wächst bei seinen Pflegeeltern auf, die ihn in dem Glauben lassen, daß seine Mutter bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.
Auch er sucht nach dem Maß aller Dinge. Aber für ihn kann sein Glück nicht im Unglück anderer liegen.
Ein Zufall führt ihn schließlich auf die Spur seiner Mutter und zur Rückkehr in die alte Heimat, in der er seine eigene Identität findet.

Peter Schönau
Argentinien und zurück
Roman
240 Seiten, Paperback
Euro 9,90
ISBN 3-931476-79-0